Alex Pflegestelle
  Ende der Tierschutzarbeit
 
Abschied aus den Tierschutz!

Dies war nun meine letzte Vermittlung! Ja, Ihr habt richtig gelesen! Meine Arbeit im Tierschutz ist nun vorüber!

In 8 Jahren habe ich einige Tierheime auf Zypern, sei es als Vermittlerin oder als Pflegestelle, unterstützt.

Genau 250 Hunde habe ich vermittelt und 120 Hunde hatte ich in Pflege!
 
Nur wirklich extrem wenige Hunde kamen aus der Vermittlung zurück, die Gründe hierfür waren unterschiedlich. Nicht immer war hier der neue Besitzer oder ich als Vermittlerin verantwortlich. Wenn man einen Hund per Bild aussucht, kann man Glück haben, es kann aber auch schiefgehen. Ich halte schon lange wenig davon, einen Hund nur anhand eines Fotos auszusuchen. Viel besser ist es, einen Hund persönlich in einer Pflegestelle kennen zu lernen. Sich dort über seine Bedürfnisse zu informieren und dann zu schauen, ob es für beide das Richtige ist.
Für eine wirklich gute Vermittlung benötigt man ein sehr gutes Bauchgefühl und ein sensibles Gespür für gute Interessenten. Haus mit Garten ist nicht immer das Maß der Dinge. Meist sind es die Kleinigkeiten, die am Rande eines Gesprächs zum Vorschein kommen und dann entscheiden, ob wirklich alles passt und gut ist, oder ob  dieses - scheinbar tolle - Zuhause gar nicht geht.
 
Ihr könnt Euch nicht vorstellen, was manche Menschen unter guter Haltung verstehen. Es ist oft erschreckend zu wissen, dass sie irgendwo doch einen Hund bekommen werden!
Natürlich muss stets geschaut werden, um welche Rasse es sich handelt. Hierzu muss man aber die vielen unterschiedlichen Rassen auch mal kennengelernt haben.


Durch meine vielen Pflegehunde hatte ich das Glück, viele Erfahrungen über die verschieden Rassen und ihre entsprechenden Bedürfnisse zu sammeln.
 
Ich habe mehr Hunde gerettet, als ich je geplant hatte. Ich habe immer versucht, jeden freien Platz im Flieger mit einem Pflegehund zu besetzen. Egal ob an Geburtstagen, mitten im Umzug oder zu Weihnachten…..wir haben immer einen Hund in Not aufgenommen, des Öfteren sogar  bis zu drei Hunde gleichzeitig.
Ich hatte viele verschiedene Rassen hier, große Hunde, kleine Hunde, alte Hunde, Welpen, Hunde mit drei Beinen, welche mit einem Auge. Auch hatte ich kranke Hunde hier, einer wäre bei uns sogar beinahe an einer unbehandelten, nicht erkannten Ehrlichiose gestorben. Ich habe wirklich viel erlebt.
 
Hunderte von Kilometern ist mein Mann - selbst an Feiertagen - mit mir gefahren, um eine Vorkontrolle zu machen, oder damit ein Hund so schnell wie möglich bei seiner Familie einziehen konnte, um hier nicht länger als nötig bleiben zu müssen. Denn jeden Tag, den der Hund länger in seiner Pflegestelle bleibt, bindet er sich mehr!  Die meisten Hunde, die länger als eine Woche bei mir waren, mussten hinausgetragen werden.
Etliche der Pflegehunde haben bei uns im Haus oder Garten erhebliche Schäden angerichtet, aber das war immer schnell wieder vergessen, wenn man die neuen Happy End Fotos sah und sich freute, dass sie nun endlich ihr Glück gefunden hatten.
 
Einen Hund in Pflege zu nehmen, bedeutet wirklich viel Arbeit: als erstes muss man die Zeit finden, um zur Ankunft zum Flughafen zu fahren. Zuhause muss man dann schnellstmöglich neue Fotos machen und muss den Hund, so gut es geht, einschätzen. Dann lädt man Fotos hoch, man bearbeitet sie, schreibt einen neuen Text und stellt alles online. Als nächstes müssen nun die vielen Anfragen - unabhängig davon, wie dämlich sie manchmal  gestellt werden -  beantwortet werden. Danach werden die Vielversprechendsten ausgesucht, Telefonate geführt, der Besuch(oder auch mehrere Besuche) abgewartet, die Entscheidung getroffen, die Vorkontrolle organisiert, die Verträge geschrieben, die Daten in Listen eingetragen, Hunde bei Tasso umgemeldet, Emails verschickt, usw. usf.
Dieser gesamte ehrenamtliche Einsatz  ist wirklich sehr zeitaufwändig, zumal natürlich der Pflegehund auch ganz viel Zeit und Zuwendung benötigt. 
 
Ich bin damals zum Verein gekommen, weil es wirklich viele süße Pudel in Not auf Zypern gab. In meiner Anfangszeit mussten selbst die hübschen Pudel noch fast ein Jahr auf ein Zuhause warten. Heute gibt es kaum noch Pudel auf Zypern, die die Hilfe einer Pflegestelle benötigen. Kein Hund vermittelt sich schneller als ein Pudel.
Auch wenn die Flut der Hunde wohl niemals abnehmen wird, ist es schön zu sehen, dass heutzutage viele Hunde wesentlich schneller das Tierheim verlassen können, als es noch vor 8 Jahren der Fall war.
 
Acht Jahre sind wirklich eine lange Zeit! Eine Zeit, in der ich viele Streitigkeiten miterlebte. Über jede Missgunst hinwegsehend, den selbst ernannten Hundeexperten aus dem Weg gehend und vieles hinnehmend, habe ich immer nur das eine und wichtige Ziel vor Augen gehabt:  die Hunde zu retten, oder ihnen ein Sprungbrett nach Deutschland zu verschaffen und mich dabei von niemandem irritieren oder gar  provozieren zu lassen.
Das war keine leichte Aufgabe und wie schon viele vor mir, stand auch ich oft kurz davor, alles hinzuwerfen. Ungerechtigkeiten, mangelnde Rückendeckung, so manches unverschämte, respektlose Verhalten - sei es per Telefon oder Email - nahm ich hin, um diesen unglücklichen Hunden zu helfen.
 
Es gibt im Tierschutz ziemlich viele skurrile Menschen. Einige suchen über ihr Engagement nach Anerkennung, andere genießen ihre scheinbare Machtposition, ihr Prestige und ihre Einflussmöglichkeit. Leider finden sich selten Menschen, die sich durch ein sensibles Einfühlungsvermögen in Hunde und Menschen, durch soziale Kompetenz und die Fähigkeit, Menschen zu motivieren und anzuleiten, auszeichnen.
Ja, es ist nicht immer einfach gewesen und trotzdem wird mir manchmal sicher etwas fehlen, aber nun freue ich mich erst mal wieder, Zeit für andere Dinge zu haben.
Für meine stets sehr gute Zusammenarbeit mit den Tierheimen auf Zypern bedanke ich mich und wünsche den Menschen dort vor Ort - und natürlich den Hunden - alles Gute.
 
 





 





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